Nahles zum Rücktritt von Christian Lindner: „Rösler ist Totengräber der FDP“

Bundespolitik

Die Krise der FDP und ihrer Führungsriege setzt sich fort. Nun wirft Generalsekretär Christian Lindner das Handtuch. „Die FDP verliert damit nicht nur einen klugen Kopf, sondern auch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit“, kommentiert SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Lindner sei das Bauernopfer für den schwer angeschlagenen Parteichef Philipp Rösler.

Schon nach wenigen Monaten zerbricht das neue, junge Führungsteam der FDP. Am Mittwoch hat Parteimanager Christian Lindner seinen Rücktritt mitgeteilt. In einer Erklärung heißt es: „Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen.“

Die Liberalen dümpeln seit längerem unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wählerinnen und Wähler haben sie mehrfach aus Landtagen geworfen. Zuletzt stand Lindner, der noch von Ex-Parteichef Guido Westerwelle in das Amt geholt wurde, im Zusammenhang mit der Organisation des Mitgliederentscheids seiner Partei zum Euro-Rettungsschirm ESM stark in der Kritik. Auch galt das Verhältnis zu FDP-Parteichef Philipp Rösler schon seit längerem als angespannt. Nun kapitulierte er „vor den Ereignissen der letzten Tage und Wochen“.

Für SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles steht die FDP vor dem Verfall und der hat einen Namen: Philipp Rösler. „Statt Lindner wäre es an Rösler gewesen, zurückzutreten. Er ist der Kopf einer jungen Führungsriege, die gescheitert ist“, sagte Nahles am Mittwoch.

Statt ihm trete nun aber Christian Lindner zurück. „Die FDP verliert damit nicht nur einen klugen Kopf, sondern auch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit“, stellt die SPD-Generalsekretärin fest. Lindner sei der erste, der Konsequenzen aus dem Scheitern der neuen Führungsriege zieht.

Nahles: „Rösler ist der Totengräber der FDP. Er hat den wahren Liberalismus heimatlos gemacht.“

 

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